Bräuche

Magisches Tagebuch 

Fast alle Thelemiten führen eine Aufzeichnung ihrer persönlichen Übungen und ihres Fortschrittes darin in einem „Magischen Tagebuch“. 

Magisches Motto oder Namen

Thelemiten nehmen oft mystische Namen oder ein „Magisches Motto“ für sich selbst als Zeichen ihrer Verpflichtung an. Diese Namen können auch verändert werden um dein eigenen persönlcihen Fortschritt zu kennzeichen oder auf einen neuen Lebensweg hinzuweisen. 

 

Grüße

Thelemiten begrüssen sich üblicherweise mit der Phrase „Tu was du willst, soll sein das Ganze des Gesetzes“, worauf die gebräuchliche Antwort „Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen“ ist. Manchmal werden diese Sätze durch den schlichten Ausspruch der Zahl „93“ abgekürzt, diese Zahl bezeichnet sowohl „Wille“ als auch „Liebe“ in einer bestimmten Art der Numerologie, die innerhalb von Thelema von Bedeutung ist. Diese Begrüßung wird auch beim Schreiben verwendet. 

Rituale

Die meisten Thelemiten üben magische Rituale der verschiedensten Arten aus, oft als eine Methode um ihren Willen auf ein gegebenes Ergebnis oder einen Bewusstseinszustand zu fokussieren, der für ihre Arbeit als notwendig erachtet wird. Manche Thelemiten üben nur einzeln Rituale aus, viele jedoch nehmen auch an privaten oder öffentlichen Gruppenritualen teil. Gruppenrituale, die gemeinhin vollzogen werden, umfassen die Einweihungsrituale und die Gnostische Messe des O.T.O. sowie Crowleys Eleusische Riten.

Eines der Rituale ist das "Liber Resh vel Helios sub figurâ CC" der Sonnengruß, eine einfache und schöne Möglichkeit den Tagesablauf aktiv magisch zu gestalten. 

LIBER RESH (zitiert nach "Abrahadabra", Rodney Orpheus) 

Kreuze Deine Arme über Deiner Brust, rechts über links (das Zeichen des Auferstandenen Osiris), dann führe die für die Zeit des Tages angemessene Begrüßung durch:

In der Morgenröte, blicke nach Osten, wo die Sonne aufgeht, und sage:

"Heil Dir, der Du Ra bist in Deinem Aufgang, auch Dir, der Du Ra bist in Deiner Stärke, der reist über die Himmel in Deiner Barke beim Aufgang der Sonne. Tahuti steht in Seiner Pracht am Bug, und Ra- Hoor harrt am Ruder. Heil Dir von den Wohnungen der Nacht!"

In der Mittagsstunde, blicke nach Süden, wo die Sonne auf der Mitte ihrer Bahn steht, und sage:

"Heil Dir, die Du Ahathoor bist in Deinem Triumph, auch Dir, die Du Ahathoor bist in Deiner Schönheit, die reist über die Himmel in Deiner Barke in der Mitte des Laufs der Sonne. Tahuti steht in Seiner Pracht am Bug, und Ra-Hoor harrt am Ruder. Heil Dir von den Wohnungen des Morgens!"

In der Abendröte, blicke nach Westen, wo die Sonne untergeht, und sage:

"Heil Dir, der Du Tum bist in Deinem Untergang, auch Dir, der Du Tum bist in Deiner Freude, der reist über die Himmel in Deiner Barke beim Untergehen der Sonne. Tahuti steht in Seiner Pracht am Bug, und Ra-Hoor harrt am Ruder. Heil Dir von den Wohnungen des Tages!"

Um Mitternacht, blicke nach Norden, wo die Sonne am schwächsten ist, und sage:

"Heil Dir, der Du Kephra bist in Deiner Verborgenheit, auch Dir, der Du Kephra bist in Deinem Schweigen, der reist über die Himmel in Deiner Barke in der Mitternachtsstunde der Sonne. Tahuti steht in Seiner Pracht am Bug, und Ra-Hoor harrt am Ruder. Heil Dir von den Wohnungen des Abends!"

Nach jeder Begrüßung, stehe im Zeichen der Stille, dem Zeichen von Hoor-paar-kraat, Daumen auf Deinen Lippen, und spüre die Kraft der Sonne durch Dich strömen.

Der Wille 

Thelemiten sprechen ein  kurzes Ritual vor dem Essen, das  "Willensagen" genannt wird. 

A: Pocht mit dem Messer oder einem anderen passenden Werkzeug elfmal auf den Tisch, in der Folge dreimal, dann fünfmal, dann wieder dreimal (gewöhnlich geschrieben 3-5-3). und spricht:

"Tu was Du willst soll sein das Ganze des Gesetzes."

B: "Was ist Dein Wille?"

A.: "Es ist mein Wille zu essen und zu trinken."

B.: "Zu welchem Zweck?"

A.: "Um meinen Körper zu stärken."

B.: "Zu welchem Zweck?"

A.: "Daß ich das Große Werk vollende!"

B.: "Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen:"

A.: Pocht einmal, dann sagt sie: "Greift zu!"

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