Fragen, Fragen, Fragen 

 

1. Ist der O.T.O. legal?

Ja, der O.T.O. Österreich ist als Verein registriert, im ZVR einsehbar und unterliegt geltendem österreichischen Recht. 

 

2. Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um dem O.T.O. beitreten zu können?

Alles, was du tun musst, ist volljährig, frei und von einwandfreiem Ruf bzw Leumund zu sein.

Frei zu sein bedeutet jedoch nicht nur, frei im physischem Sinne, d.h. nicht im Gefängnis zu sein, sondern auch das Bewusstsein für die getroffenen Entscheidungen und die volle Verantwortung für dein Handeln tragen zu können. 

 

3. Muss ich Erfahrung und Wissen haben?

Nein. Alles, was du benötigst ist der Wunsch, deinen eigenen Willen zu erkunden. Unsere Organisation ist nicht nur für erfahrene Praktiker geschaffen, sondern bietet ein universelles Programm für jede Person.

4. Ich bin entschlossen, ein O.T.O. Mitglied zu werden, wie gehe ich nun vor?

Schreib eine E-Mail an unseren Sekretär oder die nächstgelegene lokale Stelle. Wir werden dann ein informelles Kennenlern-Treffen in einem netten Café organisieren, wo du zwei unserer Mitglieder treffen kannst.  

Das Treffen ist kein Test -  also keine Angst! Es geht nur darum, sich besser kennenzulernen, offene Fragen zu klären und bei Bedarf den Antrag zu vervollständigen.

Das Datum deiner Minerval-Initiation wird dir später mitgeteilt. 

 

5. Ist der Beitritt in den O.T.O mit der Annahme eines Dogmas verbunden?

Nein. Wenn du dich entscheidest, Vollmitglied zu werden, was bedeutet, den ersten Grad zu erhalten, dann wird von dir jedoch erwartet, dass du das Buch des Gesetzes akzeptierst, ohne Änderungen daran vornehmen zu wollen. 

6. Ich bin Katholik/Evangelisch/Buddhist/Moslem/Jude/Wicca/Satanist etc kann ich meine religiöse Überzeugungen weiter ausüben?

O.T.O. beschränkt die Überzeugungen von Mitgliedern oder deren Zugehörigkeit zu anderen Organisationen nicht, die nicht versuchen, die Rechte und Aktivitäten unserer Organisation zu verletzen. Es wird jedoch erwartet, dass Mitglieder höherer Grade ihre Zeit und Energie darauf verwenden, ihren Verpflichtungen im O.T.O. nachzukommen. 

7. Werde ich beim O.T.O. so etwas wie eine Mentorin oder einen Mentor bekommen, die oder der mir sagt, was ich tun soll?

Nein. Thelema ist ein individuelles System und es ist sehr wichtig, bestimmte Dinge individuell und durch deine eigene Arbeit zu ergründen. Beim Training geht es darum, über die Bedeutung der Initiation in deinem eigenen Leben nachzudenken. 

Jedoch gibt es in der O.T.O.-Gemeinschaft viele Aspiranten, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und Gespräche und Freundschaften mit ihnen können viel zu unserer privaten Reise beitragen.

 

8. Ich wohne weit weg von der nächsten örtlichen Körperschaft. Was soll ich tun?

Die Teilnahme an der Arbeit der örtlichen Körperschaft ist nicht obligatorisch. Die Erfahrung der Initiation erfordert jedoch, zu einer Körperschaft zu reisen.

9. Was machen lokale Körperschaften?

Es gibt drei Arten von lokalen Körperschaften, die in der Triade der Erde operieren: ein Camp, eine Oase und eine Loge. 

Ihr Status hängt von der Anzahl der Mitglieder in einem bestimmten Gebiet und deren Abschlüssen ab. Die meisten Körperschaften bieten Initiationen, feiern der gnostischen Messe und veranstalten Workshops, Kurse, Seminare, Diskussionsvereine, soziale Treffen und ähnliche Aktivitäten, die sich mit Kultur und Ethik von Thelema beschäftigen.

10. Ist der O.T.O. ein Geheimorden?

Der O.T.O. hält den Inhalt seiner Einweihungen geheim, um den psychologischen Überraschungseffekt während ihrer Erfahrung nicht zu schwächen. Wir halten die Details der Initiationsrituale und Initiationsdokumente geheim und betrachten die Identität unser Mitglieder als privat und streng vertraulich. Der O.T.O. ist eine öffentlichkeitswirksame Organisation und zielt nicht darauf ab, sich zu "verstecken". 

Wir handeln jedoch klar immer in Übereinstimmung mit den Gesetzen der Länder, in denen der Orden seine Aktivitäten organisiert.

11. Wie bezieht sich der O.T.O. auf die Freimaurerei?

Zu Beginn seiner Existenz war der O.T.O. eng mit einigen Riten der europäischen Freimaurerei verbunden, aber er wurde vor langer Zeit von ihnen getrennt. Wir sympathisieren jedoch mit dem Ziel der Freimaurerei die spirituelle Verbesserung des Individuums und die Schaffung von Geschisterlichkeit von Menschen verschiedener Religionen, Nationalitäten und Ansichten anzustreben.

12. Ist der O.T.O. eine religiöse Bewegung?

Nein. Der O.T.O. ist eine geschwisterlicher Orden, der in einem viel breiteren Kontext der spirituellen Philosophie namens Thelema operiert. Theoretisch könnte man dies als eine Religion ansehen..

 

13. Ist der O.T.O. ein satanischer oder antichristlicher Orden?

Nein. Wir glauben, dass diese Begriffe nichts mit dem Zweck zu tun haben, für den unsere Organisation gegründet wurde. Statt antichristliche Haltung förderen wir die Ideale von Thelema. 

Die Religionsfreiheit und der persönliche Selbstausdruck, die Befreiung vom Aberglauben und sozialer Unterdrückung, sowie die Entwicklung dieser Gesichtspunkte, die den Wunsch unterstützen eine universelle Geschwisterlichkeit aller Menschen zu schaffen sind uns sehr wichtig.

 

14. Werde ich beim O.T.O. Magick lernen?

Das wichtigste Ziel des O.T.O.,  auf der Ebene der Triade des Menschen ist die Initiation durch Initiationsrituale in die Geheimnisse der menschlichen Existenz, nicht die Lehre irgendeines magischen Systems. 

Allerdings können richtig verstandene O.T.O. Rituale wichtige Anweisungen enthalten, die in symbolischer und allegorischer Form präsentiert werden. 

Sie haben praktischen und theoretischen Gebrauch für ernsthafte magische Studenten. Damit der Aspirant die Lehren der Initiation besser verstehen kann, bietet der O.T.O. Lehrbücher für einen bestimmten Grad an.

Darüber hinaus bieten Körperschaften Kurse, Seminare, praktische Workshops zu einer Vielzahl von Systemen und Techniken der Magick wie Kabbala, Yoga, Meditation, Mythologie, Symbolik, vergleichende Religionswissenschaft, etc .

 

15. Üben Mitglieder des O.T.O. schwarze Magie aus?

"Schwarze Magie" wird gemeinhin als "Zaubersprüche" oder "Teufelei" verstanden, deren Ziel es ist, anderen Wesen zu schaden. 

Das Konzept der "schwarzen Magie", das von Crowley präsentiert wird, ist anspruchsvoller: Er definierte es als eine Handlung, die nicht dem wahren Willen des Anwärters dient. Crowley behauptete auch, dass der wahre Wille eines Wesens dem Willen des anderen nicht entgegenstehen kann und darf. 

O.T.O Praktiken zielen darauf ab, die Lebensqualität unserer Mitglieder zu verbessern und nicht Menschen zu schaden. Somit üben wir keine "schwarze Magie" aus.

 

16. Werden bei O.T.O. Ritualen Tiere geopfert?

Nein. Keines der O.T.O-Rituale beinhaltet die Opferung von Tieren.

 

17. Ist die Mitgliedschaft in O.T.O. mit der Durchführung sexueller Rituale verbunden?

Kein O.T.O. Mitglied wird gezwungen oder dazu angehalten, irgendeine (sexuelle) Übung oder Ritual zu machen. 

Es ist kein Geheimnis, dass einige unserer Lehren darauf abzielen, die Kontrolle über die Sphäre der Sexualität zu erlangen, aber der Gebrauch des erworbenen Wissens ist dem Ermessen der Aspiranten überlassen. 

18. Ich habe gelesen, dass bei O.T.O Treffen sexuelle Ausschweifungen, Orgien oder Drogenkonsum stattfindet, stimmt das?

Nein. Unsere Mitglieder haben zwar unterschiedliche Weltanschauungen und Moralvorstellungen, aber bei Treffen, die vom O.T.O. veranstaltet werden, finden keine solchen Aktivitäten statt.

Die Mitnahme illegaler Substanzen zu O.T.O Treffen ist strengstens untersagt. O.T.O. arbeitet in Übereinstimmung mit dem Gesetz des Landes Österreichs.

19. Ist der O.T.O. ein reiner Männerverein? 

Nein, Personen jeglichen Geschlechtes und jeglicher sexueller Orientierung sind uns herzlich willkommen.

 

20. Ich bin eine Frau und habe gehört, dass ich mit einem Priester oder jemandem Sex haben muss.

Definitiv nein und falls dir jemand so etwas erzählt oder von dir verlangt, wende dich bitte umgehend an den Sekretär oder die Körperschaftsmeisterin. 

21. Hat der O.T.O. Verbindungen zur Rechten Szene oder Neonazis in Österreich? 

Definitiv nein, wir sprechen uns ganz klar gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung aus. Mitglieder des O.T.O. haben im 2. Weltkrieg gegen die Nazis gekämpft oder saßen wegen ihren Überzeugungen im Gefängnis. Während des NS-Regimes war der O.T.O. in Deutschland und Österreich verboten. 

22. Muss ich Mitglied des O.T.O sein, um an der gnostischen Messe teilzunehmen?

Mitgliedschaft in O.T.O. es ist keine Voraussetzung, denn die gnostische Messe gilt als "die wichtigste, privat und öffentlich gefeierte O.T.O.-Zeremonie" und ermöglicht oft den ersten Kontakt mit unserer Organisation. Einige lokale Körperschaften ziehen es vor, Kontakt mit der Person aufzunehmen, die an dieser Zeremonie interessiert ist, bevor sie zur Teilnahme eingeladen werden.

23. In welchem Zusammenhang zum O.T.O. stand Aleister Crowley?

Aleister Crowley ist dem O.T.O im Jahr 1910 beigetreten. Zwei Jahre später wurde er zum Großmeister von Großbritannien und Irland ernannt und 1922 wurde er zum Oberhaupt des Ordens (O.H.O.) ernannt. Er überarbeitete das O.T.O.-System, um es der Thelema-Philosophie anzupassen. 

24. War Crowley ein Satanist?

Nein. Aleister Crowley war ein systematischer und wissenschaftlicher Entdecker religiöser Praktiken, Techniken und Lehren. Als solcher führte er hingebungsvolle Übungen zu verschiedenen Gottheiten aus verschiedenen Pantheons und zu den göttlichen Personifikationen, die einzigartig für das System von Thelema sind durch. Irgendwann war Crowley Polytheist, Monotheist, Christ, Hindu-Yogi, Qabalist, Muslim-Mystiker und Buddhist. Im Jahr 1904 wurde er der Prophet des Neuen Äons und der Begründer der spirituellen, magischen und philosophischen Bewegung namens Thelema, durch seine Rezeption von Liber AL vel Legis, dem Buch des Gesetzes.

 

25. Hat Crowley wirklich Kinder geopfert?

Nein. Crowley opferte niemals Kinder oder verbreitete  ähnliche Praktiken. In einigen seiner Bücher gibt es Hinweise zu Opfern (siehe Magick in Theorie und Praxis, Kapitel XII) , diese sind jedoch als eine Metapher für die spezielle Technik der sexuellen Magie zu verstehen. Das während dieser Übung geopferte "Kind" ist nichts anderes als eine besondere Manifestation der Willenskraft des Magiers, nicht eines Menschen. Das Opfer des Menschen in jeder Form steht den Prinzipien des Thelema feindlich gegenüber, denn er verletzt das Recht jedes Einzelnen, so zu leben, wie er es wünscht.

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