top of page
Fragen, Fragen, Fragen 

Ist der O.T.O. legal?

Ja, der O.T.O. Österreich ist als eingetragener Verein im Zentralen Vereinsregister (ZVR) einsehbar und handelt vollständig im Einklang mit geltendem österreichischen Recht.

Welche Voraussetzungen gibt es für eine Mitgliedschaft?

Für einen Beitritt musst du volljährig, frei und von einwandfreiem Ruf sein. „Frei sein" bedeutet dabei nicht nur im physischen Sinne, also nicht in Haft zu sein, sondern auch, deine Entscheidungen bewusst treffen und die volle Verantwortung für dein Handeln tragen zu können.

Brauche ich Vorkenntnisse oder Erfahrung?

Nein, überhaupt nicht. Alles, was du mitbringst, ist der Wunsch, deinen eigenen Willen zu erkunden. Der O.T.O. richtet sich nicht nur an erfahrene Praktizierende – unser Programm ist offen und geeignet für Menschen aller Hintergründe.

Ich möchte Mitglied werden – wie gehe ich vor?

Schreib einfach eine E-Mail an unseren Sekretär oder die nächstgelegene lokale Körperschaft. Wir organisieren dann ein entspanntes, unverbindliches Kennenlerntreffen in einem Café, bei dem du zwei unserer Mitglieder persönlich treffen kannst.

Das Treffen ist kein Test und kein Auswahlverfahren – keine Sorge! Es geht darum, sich gegenseitig kennenzulernen, offene Fragen zu klären und bei Interesse den Aufnahmeantrag gemeinsam zu besprechen. Den Termin deiner Minerval-Initiation erfährst du im Anschluss.

Muss ich ein bestimmtes Dogma annehmen?

Nein. Solltest du dich später entscheiden, Vollmitglied zu werden und den ersten Grad zu empfangen, wird von dir erwartet, das Buch des Gesetzes zu akzeptieren – ohne den Wunsch, es zu verändern. Eine darüber hinausgehende Glaubensvorschrift gibt es nicht.

Kann ich meiner bisherigen Religion oder Weltanschauung treu bleiben?

Ja. Der O.T.O. schränkt die persönlichen Überzeugungen seiner Mitglieder nicht ein und hat keine Einwände gegen Zugehörigkeiten zu anderen Organisationen – solange diese die Rechte und Aktivitäten unseres Ordens nicht beeinträchtigen. Von Mitgliedern höherer Grade wird allerdings erwartet, dass sie ihre Zeit und Energie auch ihren Verpflichtungen im O.T.O. widmen.

 

Bekomme ich beim O.T.O. eine Mentorin oder einen Mentor?

Nicht im klassischen Sinne. Thelema ist ein zutiefst individuelles System – bestimmte Erkenntnisse lassen sich nur durch die eigene Praxis und persönliche Reflexion gewinnen. Das Training des O.T.O. zielt darauf ab, die Bedeutung der Initiation im eigenen Leben zu erforschen.

Was du jedoch findest, ist eine lebendige Gemeinschaft aus Menschen mit ähnlichen Erfahrungen. Gespräche, Austausch und echte Freundschaften können dabei eine wertvolle Bereicherung auf dem persönlichen Weg sein.

Ich wohne weit von der nächsten Körperschaft entfernt. Ist das ein Problem?

Die regelmäßige Teilnahme an lokalen Veranstaltungen ist nicht verpflichtend. Für die Initiationserfahrung selbst ist jedoch eine Reise zu einer Körperschaft notwendig.

Was machen lokale Körperschaften?

Lokale Körperschaften gibt es in drei Formen: Camp, Oase und Loge. Welchen Status eine Körperschaft hat, hängt von der Mitgliederzahl und den erreichten Graden vor Ort ab. Die meisten Körperschaften bieten Initiationen an, feiern die Gnostische Messe und veranstalten Workshops, Seminare, Diskussionsrunden, Kurse sowie gesellschaftliche Treffen rund um Kultur und Ethik des Thelema.

Ist der O.T.O. ein Geheimorden?

Nicht im klassischen Sinne. Der O.T.O. ist eine öffentlich tätige Organisation, die sich nicht versteckt. Allerdings werden die konkreten Inhalte der Initiationsrituale vertraulich behandelt, um den psychologischen Erlebnischarakter nicht zu mindern. Auch die Identität unserer Mitglieder wird streng vertraulich behandelt. Alle Aktivitäten des Ordens erfolgen im vollen Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen der jeweiligen Länder.

Wie verhält sich der O.T.O. zur Freimaurerei?

In seinen Anfängen war der O.T.O. eng mit einigen Riten der europäischen Freimaurerei verbunden – diese Verbindung wurde jedoch schon vor langer Zeit getrennt. Wir teilen gleichwohl die Grundidee der Freimaurerei: die spirituelle Entwicklung des Individuums und die Förderung einer Geschwisterlichkeit über Religions-, Nationalitäts- und Weltanschauungsgrenzen hinweg.

 

Ist der O.T.O. eine Religionsgemeinschaft?​

Nein. Der O.T.O. ist ein geschwisterlicher Orden, der innerhalb der spirituellen Philosophie des Thelema wirkt. Thelema selbst könnte theoretisch als religiöses System betrachtet werden – der Orden als solcher ist es nicht.

Ist der O.T.O. satanisch oder antichristlich?

Nein. Mit diesen Bezeichnungen hat der O.T.O. nichts gemein. Wir fördern die Ideale des Thelema: Religionsfreiheit, persönlichen Selbstausdruck, Befreiung von Aberglauben und sozialer Unterdrückung sowie den Wunsch, eine universelle Geschwisterlichkeit aller Menschen zu fördern.

Lerne ich beim O.T.O. Magick?

Das zentrale Ziel des O.T.O. ist die Initiation in die Geheimnisse der menschlichen Existenz – nicht die Vermittlung eines bestimmten magischen Systems. Die Rituale des Ordens enthalten jedoch tiefgründige Lehren in symbolischer und allegorischer Form, die für ernsthaft Praktizierende von praktischem wie theoretischem Wert sind.

Lokale Körperschaften bieten darüber hinaus Kurse, Seminare und praktische Workshops zu verschiedenen Techniken und Systemen an – etwa Kabbala, Yoga, Meditation, Mythologie, Symbolik und vergleichende Religionswissenschaft.

Betreiben Mitglieder des O.T.O. „schwarze Magie"?

Nein. Im volksläufigen Verständnis bezeichnet „schwarze Magie" Praktiken, die darauf abzielen, anderen Schaden zuzufügen. Unsere Praktiken sind darauf ausgerichtet, die Lebensqualität unserer Mitglieder zu verbessern – nicht, anderen zu schaden.

Crowley selbst definierte „schwarze Magie" als jede Handlung, die dem wahren Willen der handelnden Person widerspricht. Er betonte, dass der wahre Wille eines Menschen dem eines anderen niemals entgegenstehen kann.

Finden beim O.T.O. Tieropfer statt?

Nein. Keines der O.T.O.-Rituale beinhaltet das Opfern von Tieren oder anderen Lebewesen.

Muss ich beim O.T.O. sexuelle Rituale durchführen?

Nein. Kein Mitglied wird zu irgendeiner Praktik – weder sexueller noch sonstiger Natur – gedrängt oder verpflichtet. Einige Lehren des O.T.O. befassen sich mit der Sphäre der Sexualität, aber ob und wie dieses Wissen praktisch angewendet wird, liegt vollständig im eigenen Ermessen.

Stimmt es, dass bei O.T.O.-Treffen Orgien oder Drogenkonsum stattfinden?

Nein. Bei Veranstaltungen des O.T.O. finden keine derartigen Aktivitäten statt. Das Mitbringen illegaler Substanzen ist strikt untersagt. Der O.T.O. handelt vollständig im Einklang mit den österreichischen Gesetzen.

Ist der O.T.O. ein reiner Männerverein?

Nein. Personen jeglichen Geschlechts und jeglicher sexueller Orientierung sind herzlich willkommen.

Ich bin eine Frau und habe gehört, ich müsste Sex mit jemandem haben – stimmt das?

Definitiv nicht. Niemand darf von dir so etwas verlangen. Falls dir gegenüber jemals entsprechende Aussagen gemacht oder Forderungen gestellt werden, wende dich bitte sofort an die Leitung der Körperschaft oder eine Vertrauensperson.

Hat der O.T.O. Verbindungen zur rechtsextremen Szene oder zu Neonazis?

Nein, ausdrücklich nicht. Wir sprechen uns klar und unmissverständlich gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung aus. Während des Nationalsozialismus war der O.T.O. in Deutschland und Österreich verboten; viele Mitglieder kämpften gegen das NS-Regime oder wurden aufgrund ihrer Überzeugungen verfolgt.

Muss ich Mitglied sein, um an der Gnostischen Messe teilzunehmen?

Nein, eine Mitgliedschaft ist keine Voraussetzung. Die Gnostische Messe ist die zentrale öffentliche Zeremonie des O.T.O. und oft der erste Berührungspunkt mit unserem Orden. Manche Körperschaften treten vor der Einladung kurz in Kontakt mit Interessierten – einfach um sich vorab kurz bekannt zu machen.

Welche Rolle spielte Aleister Crowley im O.T.O.?

Aleister Crowley trat dem O.T.O. 1910 bei. 1912 wurde er zum Großmeister von Großbritannien und Irland ernannt, 1922 übernahm er als Outer Head of the Order (O.H.O.) die Führung des gesamten Ordens. Er überarbeitete das O.T.O.-System grundlegend, um es mit der Philosophie des Thelema in Einklang zu bringen.

War Crowley ein Satanist?

Nein. Aleister Crowley war ein systematischer und wissenschaftlich vorgehender Forscher religiöser Praktiken, Techniken und Lehren. Im Laufe seines Lebens widmete er sich Gottheiten aus verschiedensten Pantheons und durchlief Phasen als Polytheist, Monotheist, Christ, Hindu-Yogi, Qabalist, islamischer Mystiker und Buddhist. 1904 wurde er durch die Empfangung von Liber AL vel Legis – dem Buch des Gesetzes – zum Propheten des Neuen Äons und Begründer des Thelema.

Hat Crowley wirklich Kinder geopfert?

Nein. Diese Behauptung ist falsch. Entsprechende Andeutungen in einigen seiner Texte – etwa in Magick in Theorie und Praxis, Kapitel XII – sind als Metaphern für bestimmte Techniken der Sexualmagie zu verstehen. Das „geopferte Kind" bezeichnet dabei symbolisch eine bestimmte Manifestation der Willenskraft des Magiers, nicht einen Menschen. Das Opfern von Menschen steht den Grundprinzipien des Thelema fundamental entgegen, da es das Recht jedes Einzelnen verletzt, das eigene Leben frei zu gestalten.

© 2023 Ordo Templi Orientis Österreich 

    bottom of page