Der O.T.O. heute

 

Statt seinen eigenen Nachfolger zu benennen, wünschte McMurtry, dass sein Nachfolger nach seinem Tode durch eine Wahl ermittelt werde, die das Souveräne Sanktuarium des O.T.O. abhalten sollte. Diese Wahl, an der auch die zwei noch lebenden Mitglieder der Agapé Loge teilnahmen, fand am 21. Sept. 1985 statt, und Frater Hymenaeus Beta wurde als Nachfolger von Frater Hymenaeus Alpha zum Kaliphen und amtierenden O.H.O. des O.T.O. gewählt. Hymenaeus Beta hält dieses Amt bis zum heutigen Tage inne.

Anfang des Jahres 1996 wurde eine neue Gesellschaft gegründet, die die Arbeit der U.S. Grand Lodge of O.T.O. übernehmen sollte, während sich die vorhandene Gesellschaft als das internationale Hauptquartier des O.T.O. reorganisierte. Am 30. März 1996 wurde Sabazius X° zum Nationalen General-Großmeister der U.S. Großloge ernannt.

 

Danksagung

 

Zusätzlich zu den Materialien, die sich in den Archiven des O.T.O. befinden, wurden die Schriften folgender Protagonisten und Historiker für dieses Essay herangezogen: Calvin C. Burt, W.B. Crow, Isaac Blair Evans, Antoine Faivre, S.E. Flowers, René Le Forestier, Joscelyn Godwin, Dr. J.A. Gottlieb, Ellic Howe, Francis King, Peter-Robert König, Helmut Möller, William G. Peacher, M.D., Martin P. Starr, John Symonds, M. McBlain Thomson, A.E. Waite, James Webb und John Yarker.

Die folgenden Personen haben wesentliches an geschichtlicher Information und/oder Kritik beigetragen: William Breeze, Martin P. Starr, Parsival Krumm-Heller, Soror Meral, Soror Grimaud, Lon Milo DuQuette, James T. Graeb, Bjarne Salling Pedersen und P.-R. König.

Anmerkungen

 

Die Hermetic Brotherhood of Light war eine mystische Gesellschaft, die von einer österreichischen Maurerischen/Rosenkreuzerischen Körperschaft abzustammen behauptete, die unter dem Namen Fratres Lucis bekannt ist. Die Fratres Lucis, die auch unter der Bezeichnung die Asiatischen Brüder oder Initiierten Brüder der Sieben Städte Asiens firmierten, leiteten sich von dem früheren deutschen Orden der Gold- und Rosenkreuzer her.

 

Die Hermetische Bruderschaft des Lichts scheint überdies Verbindungen zu der Hermetic Brotherhood of Luxor gehabt zu haben, einer mystischen Gesellschaft, die sich 1884 unter der Schirmherrschaft von Max Theon (alias Louis-Maximilian Bimstein, 1850-1927) der englischen Öffentlichkeit vorstellte. Die Ursprünge der H.B. des Lichts liegen im Dunkeln, doch es weist einiges auf eine Verbindung zur Hermetic Brotherhood of Luxor hin, die wiederum an der Gründung der Theosophischen Gesellschaft, wie auch der zuvor erwähnten Fratres Lucis beteiligt war und auch mit der gleichnamigen englischen Spiritistenverbindung des 19. Jahrhunderts zu tun hatte. Der in Polen geborene Theon unternahm in seiner Jugend ausgedehnte Reisen. In Kairo wurde er Schüler eines koptischen Magiers namens Paulos Metamon. Theon gelangte 1870 nach England, wo er den Geigenbauer Peter Davidson (1842 – 1916) rekrutierte, um den „Äußeren Kreis“ der H.B. des L. zu gründen. 1833 gesellte sich Thomas H. Burgoyne (alias Thomas Dalton, 1855 – 1895) zu ihnen, der später ein Buch mit dem Titel The Light of Egypt verfaßte, das die grundlegenden Lehren der H.B. des L. beschreibt. Die Aufgabe dieses „Äußeren Kreises“ sollte darin bestehen, Lehrbriefe zum praktischen Okkultismus anzubieten; dies unterschied ihn von der Theosophischen Gesellschaft. Die Lehrpläne enthielten eine umfangreiche Auswahl der Schriften von Hargrave Jennings und von Paschal Beverly Randolph.

 

P.B. Randolph (8. Okt. 1825 – 29. Juli 1875) genoss zu seiner Zeit als Medium, Heiler, Okkultist und Schriftsteller ein hohes Ansehen, und zu seinen zahlreichen Freunden zählten Abraham Lincoln, Hargrave Jennings, Kenneth McKenzie, Eliphas Levi, Napoleon III., Edward Bulwer-Lytton und General Ethan Allen Hitchcock. Randolphs Orden behauptete, vom Orden der Rosenkreuzer abzustammen (aufgrund einer Charter der „Höchsten Großloge in Frankreich“), und lehrte spirituelle Heilkunst, westlichen Okkultismus sowie die Prinzipien der Rassenerneuerung vermöge einer spirituellen Form der Sexualität

 

Yarker wurde 1871 zum Absoluten Souveränen Großmeister des Orientalischen Ritus von Misraim ernannt. Er wurde von Harold J. Seymour am 8. Okt. 1872 als Großmeister 96° des Souveränen Sanktuariums des Alten und Primitiven Ritus von Memphis in England eingesetzt. Seymour wiederum hatte seine Patente am 21. Juni 1862 von Jacques Etienne Marconis de Negre erhalten. Die Patente für den Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Cernau erhielt Yarker am 12. Jan. 1884 von Theo H. Tebbs, der dem Vereinten Kanadischen Obersten Großrat dieses Ritus angehörte. Yarker wurde am 11. Nov. 1902 zum Imperialen Großhierophanten 97° des Ritus von Memphis ernannt. Die Teilnehmer dieses Kongresses waren: Reuss (als Repräsentant des Souveränen Sanktuariums der Memphis und Misraim Riten von Deutschland, des Großorients des Schottischen Ritus in Deutschland, sowie der Nationalen Großloge des Vereinten Schottischen, Memphis und Misraim Ritus für Großbritannien und Irland), H.R. Hilfiker, R. Merlitschek und M. Bergmaier (als Repräsentanten des Großorients des Schottischen Ritus in der Schweiz [auf der Grundlage einer Reuss Charter vom 10. Mai 1919]), Dr. E. Pargaetzi (als Repräsentant des Souveränen Sanktuariums des Schottischen, Memphis und Misraim Ritus für Fankreich) A. Spilmer (als Repräsentant der Großloge Kolumbiens), H. Schütz (als Repräsentant Prinz Alexanders von Griechenland, Großprotektor der griechischen Freimaurerei), John Anderson (als Repräsentant der Nationalen Großloge von Schottland) sowie Matthew McBlain Thomson (als Repräsentant der Amerikanischen Maurerischen Föderation, der Großloge von Washington, D.C., und des Großorients von Kuba).

 

© Ordo Templi Orientis, Fr. Sabazius und Frater AMT.

© der deutschen Übersetzung: Fr. Aion, 2000 e.v.

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